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 Der Marderclub Thüringen wurde 1947 von Reinhold Bock (ein bekannter und verehrter Altmeister und Zuchtrichter aus Neustadt/Orla) und Werner Zerbst aus Ribbeck im Havelland (ist leider 2008 nach 61 jähriger Clubzugehörigkeit plötzlich verstorben), als Beisitzer Friedrich Joppich und einigen anderen Mitstreitern wie Karl Schmutzler Crimmitschau, Hans Görgner Neustadt/Orla, Karl Pohl Zeulenroda,  Edmund Zürch Berlin Spandau und Martin Rex Finowfurt in der Gaststätte "Zum weißen Schwan" in Neustadt/Orla gegründet. Werner Zerbst ist Jahrzehnte aus Ribbeck zu den Versammlungen nach Thüringen gekommen, nicht immer so bequem wie heute mit dem Auto, zog im Jahr 60 Blaumarder und 60 Kleinchinchilla im Durchschnitt auf seinem Bauernhof auf, dazu noch 40-50 Rhodeländer Hühner auch im Geflügelverein organisiert, tätig aber auch noch als Saatgutmeister in Nauen, 50 Jahre Vorsitzender seines Heimatvereins - welch ein Idealismus. Vom Marderclub Thüringen wurde er dafür zum Ehrenmitglied und vom ZDRK zum „Meister der Deutschen Rassekaninchenzucht" ernannt.

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Gründungsvater des Marderclubs Altmeister Reinhold Bock +

Leider blieb eine beantragte Ehrung durch den ZDRK-Hauptklub zu seinem 60. Jubiläum als Clubmitglied aus. Das muss unbedingt für die Zukunft anders werden, denn postum sind Ehrungen ein schwacher Trost und verdrießen zudem unsere alten, verdienstvollen Züchter. Nach dem schmerzhaften Ausscheiden unseres langjährigen Stellvertreters Werner Zerbst bewarb ich mich um seine Nachfolge und wurde einstimmig gewählt, worauf ich sehr stolz bin, in einem so funktionieren Club, Vorstandsarbeit leisten zu dürfen. Marderkaninchen waren in der Nazizeit als volkswirtschaftlich nicht nützlich eingestuft und aus dem Zuchtspektrum gestrichen, dazu fehlten kriegsbedingt auch Züchter, die zur Erhaltung des Erbgutes hätten beitragen können. Deshalb gab es nach 1945 Probleme, die Rasse von dem verbliebenen Tiermaterial weiter bzw. nach zu züchten und wieder „salonfähig“ zu machen. Blaumarder gab es als Basis in Ostdeutschland keine mehr und so war man dankbar, dass auch schon früher Braun-und Blaumarder verpaart wurden, aus welchem Grund auch immer. Eines Tages fielen bei Reinhold Bock bei Braunmardern auch Blaumarder die dann zum Einsatz kamen und nach den Erbgesetzen natürlich reinerbig blau sind. Erbgut geht eben nicht verloren. Das war der Beginn, des Aufbaues einer neuen Marderzucht. Heute nennen wir uns Marder-Siamesen und Kalifornier-Club Thüringen und haben noch die alten DDR-VKSK Strukturen, das heißt, alle ostdeutschen Bundesländer waren oder sind bei uns noch vertreten. Erst im Jahr 2008 hat sich in Brandenburg ein Marderclub gegründet. Zurzeit zählt unser Club 25 Mitglieder wobei mehrere Mitglieder 2-3 Rassen oder Farbenschläge betreuen. Ein glücklicher Umstand war, dass auf Initiative des Zuchtfreundes Franz Aumann (Kempten, LV Bayern), die Kalifornier in die Marderclubs aufgenommen werden durften. Das kam beiden Seiten zu gute da eine gewisse Artverwandschaft nicht zu übersehen ist. Die Züchter der Kalifornier waren auf Grund schwindender Mitgliederzahlen sozusagen heimatlos geworden (ohne arbeitsfähige Clubs), fühlen sich aber heute sehr wohl in unserem gemeinsamen Club.

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Gründungsmitglied Werner Zerbst Ribbeck +                                                             Clubvorstand 2006

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